Im Park

[Gemeindeflur Pöcking]

Das heute nach zahlreichen An- und Umbauten als Restaurant und Hotel genutzte Gebäude wurde ursprünglich zunächst als Haus für den Fischer Kugelmüller von der Roseninsel errichtet, nachdem dieser seine Insel an König Maximilian II. verkauft hatte (siehe oben). Später wohnten hier der Parkwächter und seine Gehilfen. Durch Ödön von Horváts (1901-1938) Roman "Der ewige Spießer" (1930) hat das "Seerestaurant" Eingang in die Literatur gefunden.

Anlage zwischen "Forsthaus am See" und Strandbad.


Die von der Familie Pschorr gestiftete Quellfassung mit gemauerter Nische und Brunnenbecken wurde 1887 angelegt und 1913 in der gegenwärtigen Form erneuert. Kaiserin Elisabeth soll bei ihren Aufenthalten in Feldafing täglich einen Krug Wasser aus dieser Quelle erhalten haben.

Wittelsbacher Park 1 


Die zauberhaft gelegene einzige Insel im Starnberger See war bereits in vorgeschichtlicher Zeit bewohnt und muss als einer der ältesten Siedlungsplätze der Umgegend gelten. Grabungsfunde haben Werkzeuge, Gefäße und kultische Gegenstände zutage gefördert. Die Insel, in deren Nähe auch Pfahlbauten gestanden haben sollen, war durch zwei hölzerne Brücken mit dem Festland verbunden. Auch römische Funde wollte man im 19. Jahrhundert gemacht haben, doch waren diese Stücke den eifrigen Ausgräbern damals unterschoben worden. Wichtiger wiegt die Entdeckung des ältesten bayerischen und längsten mitteleuropäischen Einbaums 1986 im Bereich der Roseninsel, der anhand dendrochronologischer Untersuchungen in die Urnenfelderzeit (900 v. Chr.) datiert werden konnte. Ein Nachbau zu wissenschaftlichen Zwecken erwies sich 2001 als erstaunlich seetüchtig.

 

Früh, bereits im 12. Jahrhundert, wurde auch eine Inselkirche errichtet, die sich nach der Zerstörung im 30-jährigen Krieg bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts als Ruine erhielt und deren Westwand bei der Umgestaltung der Insel Wörth zur "Roseninsel" in das auch als Orangerie und Wirtschaftsgebäude genutzte Gärtnerhaus, das heute ein kleines Museum und ein Kassengebäude beherbergt. Die ursprüngliche Bruchsteinmauer ist nun wieder freigelegt. Jahrhunderte lang wurde die Insel landwirtschaftlich von Fischern genutzt, seit 1678 von der Hoffischerfamilie Kugelmüller. Erst 1850 begann eine neue Epoche und die Umgestaltung und Umbenennung zur "Roseninsel". König Maximilian II. von Bayern erwarb die Insel von der Fischerfamilie, ließ sie von Peter Joseph Lenné vergrößern und gartenkünstlerisch gestalten und von Franz Jakob Kreuter ein kleines italianisierendes Landhaus im "pompejanischen Stil", das so genannte "Casino", erbauen. Als Vorbilder dienten das Gärtnerhaus der Römischen Bäder beim Potsdamer Schloss Charlottenhof und das Rosenrondell auf der dort nahe gelegenen Pfaueninsel. 1852 waren die Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Nach Maximilians Tod wurde die Insel einer der Lieblingsplätze seines Sohnes Ludwig II. Er setzte mit seinem Dampfboot "Tristan" von Schloss Berg über und empfing dort Richard Wagner, die Zarin Maria Alexandrowna, Kronprinz Friedrich von Preußen und nicht zuletzt "Sisi", die Kaiserin Elisabeth von Österreich, die ihre Sommerfrischen regelmäßig im Hotel Strauch (ab 1900 "Kaisern Elisabeth") verbrachte. Lucchino Visconti hat in seinem Film "Ludwig II." (1972) diese Treffen mit Helmut Berger als Ludwig und Romy Schneider als Elisabeth am Originalschauplatz nachgestellt. Später erlosch das Interesse der Wittelsbacher an der Insel, der Garten verwilderte, das Casino verfiel. 1970 kaufte der Freistaat Bayern die Insel, deren Wächter und einziger Bewohner Willi Friebe rundum nur als "Insel-Willi" bekannt war. Doch erst die von Norbert Pohlus eingerichtete Fährverbindung vom Platanenrondell am Ufer aus lenkte das Interesse der Öffentlichkeit vermehrt auf das verwunschene Eiland und seine reizenden Bauten. Nach längeren Vorbereitungen wurden ab 1998 die Gartenanlage, der Rosengarten und das "Casino" nach den Originalplänen rekonstruiert. 2001 konnte die seit 1946 eingelagerte weiß-blaue Glassäule, ein Geschenk Friedrich Wilhelms IV. von Preußen, wieder im Zentrum des Rosariums aufgerichtet werden. Im Mai 2003 wurde der erste Rosenstock von insgesamt 400 verschiedenen Sorten gepflanzt, im Juli 2003 wurden in einem Festakt die rekonstruierte Gartenanlage und das Casino wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seither wird der Gartensaal auch als stimmungsvolles Standesamt zu Trauungen genutzt.

 

Literatur: Norbert Hornung, Die Roseninsel (im Starnberger See). München, Hornung, 1975. 99 S. - Hölz, Christoph (Hrsg.), Königliche Träume. Casino und Park auf der Roseninsel im Starnberger See. München, HypoVereinsbank, 2001. 119 S. - Elmar Dionys Schmid und Martinus Fesq-Martin , Die Roseninsel im Starnberger See . Amtlicher Führer. München, Verwaltung der Staatlichen Schlösser Gärten und Seen, 2003. 96 S.

 

Öffnungszeiten: Mai bis 15. Oktober, 12-18 Uhr, Montag geschlossen. Führungen nach Bedarf. Eintrittpreise 3.- (regulär), 2.- (ermäßigt). Tel. und Fax. 08157-4949

Königinstr. 4

Die Gemeinde Feldafing konnte 1926 vom Wittelsbacher Ausgleichsfond ein Stück Ufergelände des ehemaligen Schlossparks erwerben, auf welchem 1927 "ein umfangreiches, modernes und komfortables Strandbad mit 150 Kabinen" (Münchner Neueste Nachrichten, 4. Juni 1927) errichtet wurde. Es war nach dem "Undosa-Bad" in Starnberg das zweite öffentliche Badegelände am Starnberger See, ist bis heute weitgehend baulich unverändert und steht daher unter Denkmalschutz.

Gegenwärtig kann man im "Strandbad" nicht nur Beach-Volleyball spielen, der findige Wirt bietet auch einen einzigartigen Service an: er liefert Freizeitkapitänen Pizza und Prosecco per Boot auf ihre Segel- und Motorjachten!

 


 

 



Zusammengestellt von Ursula Neudorfer unter Mitarbeit von Eberhard Köstler
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Lenné-Park mit Lenné-Büste - Golfplatz Feldafing

Bereits als Kronprinz hatte Maximilian seit 1840 die Insel und das Ufer bei Feldafing als Standort für sein "Athenäum" oder "Maximilianeum" ins Auge gefasst und schon 1842 gab es den Plan zur Gestaltung einer "Prinzeninsel" mit zierlichem Lusthaus. Unmittelbar nach seiner Thronbesteigung 1848 ging der König zu Werke, ließ sieben Standorte am Starnberger See gewissenhaft von einem Architekten und einem Gartenfachmann prüfen und entschied sich nach deren Gutachten für Feldafing. Im Oktober 1850 erwarb er die Insel Wörth von der Fischerfamilie Kugelmüller. Weitere Grundstückskäufe am Ufer schlossen sich an, bis schließlich ein riesiges zusammenhängendes Areal von 123 Hektar zusammengekommen war, das außer dem heutigen Park auch das gesamte Gebiet des Feldafinger Höhenbergs und das Gelände der heutigen Fernmeldeschule umfasste.

Im November 1850 entwickelte der Architekt und Civil-Ingenieur Franz Jakob Kreuter (1813-1889), ein Schüler Daniel Ohlmüllers und Friedrich von Gaertners, im Auftrag des Königs in einem Gutachten "Über das Aufblühen Potsdams" ein Projekt zur einheitlichen Gestaltung ("Landesverschönerung") des gesamten Ufers am Starnberger See. Mitte März 1851 begann die Umschaffung der Insel Wörth zur "Roseninsel". Bereits im Juni 1851 fasste Maximilian den Entschluss, gegenüber der Roseninsel (genauer: etwas südlich davon) eine große Schlossanlage in prächtiger und erhöhter, die Gegend weithin beherrschender Lage mit Insel-, See- und Gebirgsblick, zu errichten. Die Pläne hierzu lieferte August von Voit (1801-1870). Die Planungsphase zog sich dann jedoch bis zum Baubeginn 1863 hin. Beim Tod des Königs am 10. März 1864 hatte man gerade einmal die Gewölbe der Fundamente geschaffen, die wenig später teils wieder abgetragen, teils verfüllt wurden.

Zügiger als der Schlossbau wurde die Gartengestaltung in die Tat umgesetzt. Hierfür konnte der geniale und ehrgeizige preußische Generalgartendirektor und Schöpfer der Potsdamer Gärten Peter Joseph Lenné (1789-1866) gewonnen werden. Die praktische Ausführung in den Jahren 1855-63 lag in den Händen des Lenné-Schülers Carl von Effner (1831-1884) , der damit den ersten Schritt zu seiner Karriere als späterer bayerischer Hofgartendirektor machte. Am 26. April 1854 erhielt Lenné den offiziellen Auftrag zur Gestaltung des Parks. Er schuf in der Folge den einzigen großen Landschaftspark im englischen Stil im süddeutschen Raum. "Er enthält und bewahrt als eine der besten Schöpfungen der Zeit die wesentlichen Elemente eines Landschaftsparks nach englischem Vorbild, malerische Baumgruppen, womöglich mit unterschiedlicher Größe und Kronenbildung wie mit verschiedener Laubfärbung, überraschende Durchblicke auf den See und das Gebirge, freie Wiesenflächen, Bachläufe und dem Gelände angepasste Spazierwege. Einzelne ältere Bäume, vor allem Eichen, wurden sorgfältig integriert oder als Solitärbäume freigestellt." (Schober 1989, 120). Nachdem die Schlossbaustelle durch den Tod von Maximilians II. aufgegeben worden war, blieben die fertig gestaltete Roseninsel und der Park als Fragmente seines großen Gestaltungsplanes bestehen. Mit dem Vermögen der Wittelsbacher ging auch der Park an den 1923 von Kronprinz Ruprecht geschaffenen Ausgleichfond über. Ab 1926 wurde ein Teil des Parks als Golfplatz genutzt und gepflegt. 1927 wurde ein Grundstück zur Errichtung eines Strandbades an die Gemeinde Feldafing verkauft. 1955 wurde die Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser Gärten und Seen Eigentümer. Ab 1994 wurde in zehnjähriger Arbeit der inzwischen verwachsene Park mit Unterstützung zahlreicher Spender nach den originalen Plänen wiederhergestellt. Der Abschluss der Arbeiten fiel glücklich mit dem 150. Jahrestag der Auftragserteilung zusammen. Zu diesem Jubiläum wurde im südlichen Teil des Parks eine Büste seines Schöpfers Peter Joseph Lenné enthüllt.

 

Lenné-Büste

Literatur: 150 Jahre Lennépark Feldafing - erhältlich im Rathaus zum Preis von 3,00 EUR

 


 

Zusammengestellt von Ursula Neudorfer unter Mitarbeit von Eberhard Köstler
 
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