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Villa Bonn *

Dr.-Appelhans-Weg 2

1912 war die in New York geborene und in Frankfurt am Main aufgewachsene Schriftstellerin Emma Bonn (1879-1942) nach Feldafing gekommen, wo sie 1914 das alte Hofbauer-Anwesen erwarb. Obgleich dieses Haus bereits 1869 von Joseph Anton von Maffei umgebaut worden war und ab 1882 dem Münchner "Spatenbräu" Gabriel Sedlmair, ab 1901 dem Hauptmann Ludwig Lufft als Sommerwohnsitz gedient hatte, ließ die finanziell unabhängige Dichterin es 1913 zu einer großen Villa umbauen sowie ein Gärtnerhaus errichten (heute: Possenhofener Str. 11). "Der in strenger Schlichtheit gehaltene Mansarddachbau mit Gauben und Lisenengliederungen wird nur durch einen kleinen Dreiecksgiebel betont sowie durch flache Lisenen und paarweise gruppierte Fenster etwas gegliedert." (Schober 1989, 112). 1925 kaufte sie das benachbarte Anwesen "Isermann" dazu, ließ das Haus abbrechen und dort einen Garten anlegen. Auf einem zugehörigen Grundstück an der Seestraße (heute: Nr. 13) baute sie ein Haus für die Bewohner des abgerissenen Gebäudes.

Emma Bonn schrieb heute beinahe vergessene Erzählungen und Romane, die seinerzeit von den Feldafinger Mitbewohnern und Schriftstellerkollegen Bruno Frank und Thomas Mann gut aufgenommen und empfohlen wurden (vgl. Heißerer 1995, S. 265-70). 1935 veröffentlichte sie ihre Jugenderinnerungen "Das Kind im Spiegel". Dass sie der ärmeren Feldafinger Bevölkerung mit einer Armenspeisung und Weihnachtsgaben unter die Arme griff, bewahrte die alleinstehende, schwerkranke, ans Bett gefesselte alte Dame nicht davor, 1942 ins KZ Theresienstadt verschleppt zu werden, wo sie nur zwei Wochen später starb. Bereits im Herbst 1940 hatte man sie gezwungen, ihren Besitz an die obskure nationalsozialistische Reichsorganisation "Das braune Band von Deutschland" zu verkaufen. 1951 wurde das Haus an Walter Bonn zurückgegeben. Heute wird es u. a. von der nahe gelegenen Klinik Feldafing genutzt. Neben dem Eingang ist eine Gedenktafel für die Dichterin angebracht.

Literatur: Feldafing Ortsmitte, S. 39-41 sowie Abb. 7, 8 und 39-41.

* Privathaus - keine Besichtigung möglich

 
Zusammengestellt von Ursula Neudorfer unter Mitarbeit von Eberhard Köstler
 
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